Warum wird Sex so totgeschwiegen?

Na klar, Geschlechtsverkehr ist etwas sehr intimes. Das ist ja auch in Ordnung so, ich muss nicht unbedingt wissen, wie, wann und wo genau meine Nachbarn ihre 4 Kinder gezeugt haben. Aber wenn ich doch unter Freunden bin, Menschen mit denen ich doch alle Sorgen und Ängste teile, warum kann ich dann nicht einfach über Sex sprechen ohne, dass sich irgendjemand peinlich berührt fühlt? Wieso schämen sich die Menschen denn so dafür, dass sie Sex haben? Seien wir mal ehrlich: Babys werden schon lange nicht mehr von Storchen gebracht.  Wir haben uns einmal ein paar Gedanken gemacht und uns mögliche Gründe überlegt, warum dieses Thema so geheim gehalten wird:

  1. Wer prahlt schon gerne mit schlechtem Sex?
    Der erste denkbare Grund ist der, dass die Menschen einfach schlechten Sex haben. Vermutlich sind viele mit dem Geschlechtsakt so unzufrieden, dass sie auf dieses Thema überhaupt nicht eingehen möchten. Das rührt vermutlich gerade daher, dass es vielen unangenehm ist, dem Partner gegenüber seine Wünsche und Vorlieben offen zu äußern. Man hat Angst, er oder sie könnte sich angegriffen oder beleidigt fühlen. Hierzu gibt es nicht viel zu sagen, außer REDET MITEINANDER. Von schlechtem Sex hat doch niemand etwas.

  2. Wenn der Alltag den Liebesakt zerstört
    Die Menschen sind im 21. Jahrhundert zu echten Arbeitstieren geworden. Daher liegt es nahe, dass lustvolle Stunden im stressigen, vollgepackten Arbeitsalltag oftmals untergehen. Wenn man völlig entkräftet zuhause ankommt, hat man vielleicht gar nicht mehr die Motivation, sich für Sex zu begeistern. Naja und bei einem unerfüllten Sexualleben liegt es wieder auf der Hand: was man nicht erlebt, kann man nicht erzählen. – Lösung: Sex einfach als Belohnung sehen. Neben dem großen Spaß-Faktor wirkt sich Geschlechtsverkehr sogar positiv auf unsere Gesundheit aus. Er tut dem ganzen Körper und der Psyche gut und baut Stress ab, so lässt sich der Alltag viel besser ertragen.

  3. Wenn man vor lauter Metaphern die Welt nicht mehr versteht
    Ein genau so großes Problem kann die ständige Umschreibung des Sexuallebens darstellen. Als Heranwachsender wird einem dieses Thema anhand von Bienchen und Blümchen, von Mumu und Lulu nahegebracht und am Ende weiß keiner so genau, was man damit eigentlich sagen wollte. Viele neigen auch später noch dazu dieses Thema zu umschreiben, einfach weil es so leichter fällt, darüber zu reden und weil sie es eben von klein auf so gelernt haben. Erotische Spannung wird so allerdings nicht vermittelt. Der Vorteil: auch die eher verklemmten Menschen können sich so mitteilen.

  4. Nie in der Neuzeit angekommen
    Vielleicht kann man die Verschwiegenheit über dieses Thema auch damit erklären, dass die Menschen, was dieses Thema anbetrifft, irgendwo in der Vergangenheit hängen geblieben sind – in einer Zeit , in der sie sich sicher und wohl fühlen, weil sie dieses Thema lieber auf ihr Schlafzimmer beschränken.

Fürs Erste werde ich „SEX“ nicht mehr sagen, macht man nicht. Und wenn ich das nächste Mal eine Parfüm-Werbung sehe, in der sich eine halb-nackte Frau rekelt, dann schalte ich meinen Fernseher einfach aus dem Fenster. Weil: Geht ja gar nicht. ;-)

Aber mal im Ernst: Sex ist wirklich etwas schönes und es tut auch wirklich gut, darüber zu reden. Es ist natürlich auch abhängig davon, was für ein Typ Mensch man ist, wie offen man mit diesem Thema umgeht. Man sollte sich einfach vorsichtig daran versuchen, darüber zu sprechen und auch offen gegenüber den Geschichten anderer sein.