200 Milligramm Koffein verabreichte der deutsche Psychologe Lars Kuchinke seinen 66 Probanden in Tablettenform. Das diente der kontrollierbareren Dosierung, die durch Kaffee schwieriger ist. Die Probanden mussten für den Test regulär geschriebene Wörter von solchen mit vertauschten Buchstaben unterscheiden. Das Ergebnis: Eine verbesserte Leistung trat ausschließlich bei positiven Wörtern auf. Neutrale und negative Wörter sind offenbar koffeinresistent.

Asymmetrie im Gehirn begünstigt Wirkung von Koffein

Dass Kaffee, und speziell das darin enthaltende Koffein, eine positive Wirkung auf die Wahrnehmung von Wörtern hat, hängt mit der Asymmetrie des Gehirns zusammen. Sprache wird überwiegend in der linken Hirnhälfte verarbeitet. Die Studie fand heraus, dass der positive Effekt von Koffein dann auftrat, wenn die Wörter im rechten Seefeld vorgelegt wurden. Das rechte Seefeld wird ebenfalls (zumindest zu allererst) in der linken Hirnhälfte verarbeitet. Als Bindeglied wird der Botenstoff Dopamin vermutet, der durch Koffein angeregt wird und damit die Einseitigkeit im Gehirn verstärkt.

Sind Kaffeetrinker die positiveren Menschen?

Dass Kaffeetrinker die positiveren Menschen sind, kann man nicht direkt sagen. Das wäre dann doch etwas zu weit gegriffen. Die positive Wirkung von Koffein auf die sprachliche Kompetenz kann durch das Studienergebnis aber durchaus bestätigt werden. Damit hat Kaffee einmal mehr seine positiven Eigenschaften unter Beweis gestellt.

Glaubst du, dass Kaffee auch die Stimmung aufhellt?

Quelle: science.orf.at