Frauen in den 30ern

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 und dem Beginn des Nationalsozialismus kam die Frauenbewegung zum Stillstand. Die NSDAP kontrollierte das gesamte politische und gesellschaftliche Leben der deutschen Bürger. Frauen konnten keine führenden Positionen in der Partei einnehmen. Sie wurden aus gehobenen Berufen verdrängt und für ihre Tätigkeit als Hausfrau und Mutter belohnt.  

Männer und Frauen waren gezwungen spezifische Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen zu erfüllen. Es galt das Geschlechtermodell, in dem die Männer die Entscheidungen trafen, welche die Frauen umzusetzen hatten. Das weibliche Mitspracherecht war dabei sehr eingeschränkt. Sie sollte sich neben ihrer arischen Abstammung vor allem durch besondere Charaktereigenschaften wie Treue, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft, Leidensfähigkeit und Selbstlosigkeit auszeichnen.

Frauen in den 50ern  

Die 50er Jahre wurden von einer maßgeblichen Veränderung der Politik eingeleitet. 1949 setzte sich die Juristin Elisabeth Selbert für die volle Gleichberechtigung der Frauen ein. Sie erreichte die Aufnahme des Satzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt" im Grundgesetz und setzte somit einem Meilenstein für die Frauenbewegung in Deutschland. Diese theoretische Gleichberechtigung hatte jedoch nicht automatisch die praktische Umsetzung zur Folge. Im Verlauf der 50er Jahre konzentrierten sich die Frauenverbände deshalb um die Umsetzung der geforderten Gleichstellung von Männern und Frauen.

Frauen in den 70ern

In den 70er Jahren wurde den Frauen das Selbstbestimmungsrecht zugesprochen. Ein besonders heikles Thema war dabei der Schwangerschaftsabbruch. Viele Frauen forderten das Recht zu einem Abbruch der Schwangerschaft ohne eine folgende Bestrafung. Im Jahr 1976 wird das erste Frauenhaus gegründet und die erste Sommeruniversität für Frauen zum Thema Frauen und Wissenschaft durchgeführt. Eine weitere wichtige Errungenschaft erfolgte gegen Ende der 70er Jahre. Zu dieser Zeit entschieden die ersten Gerichte für eine gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit.

Die UNO erklärte das Jahr 1975 zum Jahr der Frau und der Gleichberechtigung der Geschlechter. 

Frauen in den 90ern

Die 90er Jahre waren vor allem durch eine zugunsten der Frauenbewegung geänderte Gesetzgebung gezeichnet. 1994 wurde festgelegt, dass sich Stellenangebote auch an Frauen richten müssen, seit 1996 gibt es das Gesetz gegen Gewalt in der Ehe und seit 1997 steht die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe.

Frauen von Heute

Die Frauenbewegung hat uns dorthin gebracht, wo wir uns heute befinden: Mittlerweile sind Frauen in so gut wie allen Berufen tätig: Sie arbeiten in der Wissenschaft, als Soldatinnen, in technischen Berufen oder in der Wirtschaft. Vor vielen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Auch in Sachen Bildung konnten die Frauen große Fortschritte machen. Aktuell schließen 51 % aller Mädchen die Schule mit Hochschulreife - im Gegensatz dazu nur 41 % der Jungen. Trotz dem positiven Wandel gibt es natürlich auch heute noch Unterschiede zwischen Männern und Frauen. So verdienen Frauen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer und arbeiten häufiger in Teilzeit. Sie sind in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert und leisten häufiger unbezahlte Arbeiten im Haushalt, Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen.

Auch wenn die heutige Situation noch nicht perfekt ist, so hat sie doch einen riesigen Fortschritt vollzogen. Und das bereitet Zuversicht, irgendwann in absoluter Gleichberechtigung zu leben.